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Die Djam-e Atiq Moschee (Freitagsmoschee) von Isfahan

Der Haupteingang der Moschee hat ein Portal, wo die Sonne aufgeht und an dessen linken und rechten Seiten der alte Basar von Isfahan liegt, wo der Puls der Wirtschaft der Stadt schlägt. Das Datum an der Kachelinschrift entspricht dem Jahr 1804 n. Chr., was zur Regierungszeit Fath-Ali Shah Qadjars ist. Beim Betrachten des Portals sehen die Augen unbewusst eine Kette, die von oben im Portal hängt. Sie gibt den Anschein einer symbolischen Waage, als ob sie die Gerechtigkeit in die Ohren beim Eingang der Moschee summt. Auch ist die Kette ein Symbol für die Beziehung zwischen Himmel und Erde oder sie ist, besser gesagt, ein Zeichnen für Beziehungen zwischen zwei Ewigkeiten. Die Kette steht für alle verbindende Beziehungen wie Harmonie und Einheit. Deshalb kann man im Eingang der Freitagsmoschee wie Masdjid-e Djam-e Atiq von Isfahan diese Beziehung zwischen allen Gruppen sehen z. B. den Betenden, die am Freitagsgebet teilnehmen und welche die Hände zusammenketten als Symbol für Eintracht und gutes Zusammenleben. An sowohl der rechten wie auch der linken Seite dieses Eingangs gibt es Kachelinschriften auf Arabisch, die daran erinnern, daß sich die Anhänger der Wahrheit in der Moschee wie ein Fisch im Wasser und die Heuchler sich wie ein Vogel im Käfig fühlen. Nach dem Eingang liegt auf der rechten Seite Soffeh-e Hakim (Hakim Iwan), der sehr schöne Ziegelgewölbe hat und der dem Besucher eine gute Vorahnung auf den Gesamtkomplex der Baukunst gibt. Seine schöne Solosi-Inschrift an der Reliefstuckarbeit zeigt das Jahr entsprechend 1587 n.

 Chr. Man kann die Baugeschichte der Moschee in der Shabestan (Gebetssaal) neben der Soffeh-e Hakim sehen. Nach dem Plan im Jahr 773 n. Chr. wurde die erste Moschee angelegt. Damals wurden die ursprünglichen Achsen der Moschee festgelegt, die einereits die Hauptachse der Stadt ist und andererseits die Richtung nach Mekka berücksichtigt die 45° von der Stadtachse abweicht. Dieser kleine Gebetssaal besitzt runde verzierte Säulen mit Reliefziegeln, die aus der Buyidenzeit stammen und vollendete Exemplare der Kunst der Stuckarbeit und der Ziegelarbeit sind. Gegenüber diesem Gebetssaal gibt es einen anderen Gebetssaal, der zur Muzaffaridenzeit im 14. Jh. gehört. Dessen runde Säulen wurden mit kreuzförmigen Reliefziegeln verziert. Man kann viele dieser Zeichen an Töpferwaren aus dem dritten und zweiten Jh. v. Chr. sehen. Eigentlich sind diese kreuzförmigen Zeichen das Symbol der leuchtenden Sonne, wobei jedes von ihnen mit eigenem Muster und Geometrie zum Blick in die Wunderwelt einlädt. Vielleicht wurde jede Kuppel von einem eigenen kunstfertigen Schöpfer geschaffen der innerhalb jedes Bildes eine Weisheit versteckt hat die die Augen zu einem Teil des Himmels und des Alls führt. Bei den Luftangriffen unter dem achtjährigen Krieg zwischen Iran und Irak wurden Teile der starken Decken dieser Moschee angegriffen und zerstört. Aber sie wurden sofort durch die Tourismusorganisation restauriert. Vom Muzaffari Gebetssaal tritt man in den anderen Gebetssaal im Westen ein, dessen nördliche Säulen rundum mit schönen Reliefziegeln mit Kreuzmuster verziert sind. Mehrere Säulen davon sind rechteckig. Dieser Gebetssaal stammt aus der Regierungszeit der Nachfolger von Malik Shah Seldjuki im 12 Jh. Der Weg zur westlichen Seite lädt den Besucher zur Besichtigung der Hauptkuppel dieser Moschee (Nizam al-Molk Kuppel) ein. Diese Ziegelkuppel wird von 40 Säulen in Vierergruppen getragen. Der Kuppelraum liegt tiefer als die Fläche der Nebengebetssäle wobei die Höhe jeder Ecke 14,5 m ist, auf denen die ovale Ziegelkuppel mit einer Höhe von 34 m steht. In 17 m Höhe wird der viereckige Kuppelraum mit Hilfe der dreieckigen Übergangselemente zum achteckigen Profil und danach durch Bogenelemente zum sechzehneckigen Profil umgeformt, um schließlich das kreisförmige Fundament der Kuppel aufzunehmen. Die Ziegelinschrift an dieser Kuppel bezeugt ihre Bauzeit in der Regierungszeit Malik Shah Seldjukis unter Befehl von Khadjeh Nizam al-Molk Tussi.

Manche legen ihre Bauzeit in das Jahr 1081 n. Chr. aber es ist sicher, daß die Bauzeit dieser Kuppel zwischen 1072 und 1092 war. Der Kuppelsaal hat eine kachelverzierte Mihrab (Gebetsnische), die in der safawidischen Epoche der seldjukischen Mihrab hinzugefügt wurde. Man kann noch heute das Werk der ursprünglichen Mihrab über der kachelverzierten Mihrab gut sehen. Wenn man nach der Besichtigung der Nizam al-Molk Kuppel nach Westen weitergeht, durchwandert man zuerst den seldjukischen Gebetssal (12. Jh.) und dann den safawischen Gebetssaal (Ende des 16 Jh.). Die Architektur des safawidischen Gebetssaals besteht aus zwei verschiedenen Formen. Etwa zwei Drittel des Raumes dieses Gebetssaals bestehen aus 40 Säulen und der übrige Teil dieses Raumes besteht aus hohen Bögen mit großen Öffnungen über die der Lichtturmdachaufsatz gebaut wurde, um den Gebetssaal zu beleuchten. Dieses Muster erinnert den Besucher an die Muzaffari-Architektur. Nach der Besichtigung des südlichen Teils dieser Moschee tritt man in den Vier-Iwan Hof ein. In seiner Mitte steht ein quadratisches Wasserbecken mit vier Bögen die im Jahre 1577 als gute Stelle für Ansprachen gebaut wurden. Die vier Iwane der Moschee, in der Mitte jeder der vier Seiten des Hofs, bestehen aus Gewölben mit verschiedenen Kachelverzierungen. Jeder Iwan hat einen eigenen Namen und Geschichte und verschiedenartige Verzierungen. Der Südiwan (Soffeh-e Saheb) wurde Saheb ibn-e Ebad (Minister der Moayed al-Dowla und Fakhr al-Dowla Dialame) genannt. Ursprünglich stammt dieser Iwan aus dem 12 Jh. Typisch für die iranische Form, wurden in dieser Moschee vier Iwans an vier Seiten errichtet. In der Regierungzeit von Hasan beg (1474) wurde sie renoviert und zwei Minarette hinzufügt. Eine andere Mosaikeninschrift in diesem Iwan besagt, daß dieser in den Jahren 1531 und 1668 renoviert wurde. Es steht diesem Iwan gegenüber auch ein Wasserbehälter aus dem Jahr 1690. Diesen Iwan verzieren Fliesenmosaike mit verschiedenen Mustern die jeweils aus unterschiedlichen Fertigungsperioden stammen.

 Gegenüber dem Saheb-Iwan liegt der Derwisch-Iwan, der sehr Tief ist und einige Verzierungen aus Ziegeln mit Kreuzmuster, Stuck und Stalaktiten hat. Die Ziegelinschrift zeigt das Jahr entsprechend 1686. Den Ostiwan nennt man Soffeh-e Shagerd (Schüler-Iwan) und den Westiwan Soffeh-e Ostad (Meister-Iwan) mit den gleichen Abmessungen aber mit verschiedener Verzierung. Soffeh-e Shagerd wurde im Jahr 1681 mit Fliesenarbeiten verziert. Er hat sehr feine und schöne Stalaktitenarbeiten und diese Verzierung bedeutet, daß der seldjukische Stil gut erhalten ist. Soffeh-e Ostad beshteht aus großen Stalaktiten ist aber auch schön mit geometrischen Fliesenarbeiten geschmückt. Seine Kachelinschrift deutet auf das Jahr 1700. In nördlicher Richtung des Soffeh-e Ostad geht man zum Oldjaitu-Gebetssal mit sehr schönen und wertvollen Stuckarbeiten im Mihrab (Gebetsnische). Dieser Mihrab wurde im Jahre 1310 unter dem Befehl Mohammad Savis, dem Minister Oldjaitus, gebaut. Er zählt zu den wertvollsten Mustern der Kunst der Stuckarbeit in Iran. Es sind schöne Blumenmuster zusammen mit Koranversen dargestellt. Auf beiden Seiten dieses Mihrabs stehen hölzerne Minbars (Kanzeln); eine aus dem 14 Jh. und die zweite aus der safawidischen Epoche. Beide wurden aus Platanenholz gebaut. Nach dem Oldjaitu geht der Besucher zum Beit al-Sheta Gebetssaal (Winter Gebetssaal) durch eine kleine Tür. Dieser Winter- und Sommer-Gebetssaal aus dem Jahr 1447 mit zeltförmigen doppelten Decken und dicken Außenwänden hat eine besonders gute Wärmeisolation, weshalb die Luft im Sommer und im Winter sehr angenehm ist. Im Norden der Moschee befinden sich auch schöne Gebetssäle. Der schönste ist aber der nordöstliche Gebetssaal der Seldjuken. Viele feine Kuppeln stehen auf viereckigen langen Ziegelpfeilern. Weiter im Norden gibt es zwei weitere Gebetssäle, welche aus der Zeit der Ilkhaniden stammen. Am nördlichsten Rand der Moschee liegt die Tadj al- Molk Kuppel. Diese einzigartige Kuppel hat die Form eines Eies (Khagi Kuppel). Der Umfang der Kuppel wurde zu 11,8 m auf 12,1 m und die Höhe zu 22 m gemessen. Auf einem Ziegelstein in der runden Säule ist zu sehen, daß sie 1088 n. Chr. unter Befehl der Königin (Tarkan Khatun) und Tadj al-Molk, der Hauptgegner von Khadjeh Nizam al-Molk, gebaut wurde. Bezeichnend ist der Innenraum der Kuppel, bestehend aus verschiedenen dreieckigen, viereckigen, rechteckigen, mandeleckigen, sechseckigen und achteckigen feinen Mustern auf Ziegelsteinen. Diese erinnern den Besucher an die Feinheit von Einlegearbeit. Der berühmte amerikanische Orientalist Arthur Upham Pope meint: "Dieses herrliche Gebäude mit seinem ernsthaften geheimnisvollen Schweigen gilt bestimmt als eines der schönsten Baudenkmäler der Welt."
Im Nordosten des Shagerd-Iwan gibt es eine muzaffaridische Medresse (Schule), welche ein einzigartiges Beispiel der Moaragh Kacheln birgt. Ihre Kachelinschrift in Solosi weist auf das Jahr 1366 n. Chr., wobei auch Omar Soffeh (Name von Omar ibn-e Abdol Aziz Adjeli) genannt wird. Der Mihrab ist 1376 n. Chr. gebaut. Unter der Herrschaft der Afghanen und auf Befehl auf Ashraf Afghan wurden die Rashedinkalifen in dieser Medresse in auf Kacheln geschriebenen Grußworten genannt.

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